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Die Sohlen des Pferdes verstehen

Übersetzung des Artikels "Understanding The Horse´s Soles" von Pete Ramey


Die Sohle des Hufs ist der am häufigsten falsch behandelte und missverstandenste Teil des domestizierten Pferdes (vielleicht mit Ausnahme seines Verdauungssystems). Auch ich habe diesen Fehler gemacht. Als Hufschmied schien es für mich immer notwendig zu sein routinemäßig die Sohle an der Zehe zu schneiden, und während meiner Anfänge als Barhufbearbeiter dachte ich es es wäre von Nöten, sie hinten am Huf auszudünnen. Als ich die beiden Berufe begann, wurde mir beigebracht, die Sohle als nutzlosen Passagier zu betrachten, zuerst trimmt man die Hufwand nach bestimmten Gesichtspunkten und dann trimmt oder entlastet man die Sohle so das es passt. Heute sehe ich die Sohle als ultimativen Leitfaden für die Hufbearbeitung, indem man die Eckstreben und Wände 1/16 inch über der natürlich abgehärteten Sohlenebene hält. (Für Ausnahmen den Artikel "Trachtenhöhe" lesen.) Wenn ich auf die Vergangenheit zurückblicke und sie mit meinen heutigen Ergebnissen vergleiche, schaudere ich. Meine eigene Lernkurve ist lang. Ich hoffe deine mit meinen Ausführungen zu verkürzen.

Es ist ein verwirrendes Thema. Es kann schwer sein zu unterscheiden zwischen gesunder Sohle, die erhalten werden soll, falscher Sohle die entfernt werden soll, entlastender Sohle, die solange wie möglich da bleiben muss, da die neue Sohle darunter noch unausgereift ist, entlastender Sohle die entfernt werden muss, weil Pilzinfektionen darunter die neue Sohle auffressen, die versucht zu wachsen, nicht unterstützte Sohle unter verbogenen Wänden die Druckentlastung benötigt... Die Liste geht weiter und es scheint so, dass je mehr man lernt desto weniger versteht man was zu tun ist. Da die Sohle die erste Verteidungslinie zwischen dem Pferd und dem Boden ist, ist ihre ordnungsgemäße Behandlung von entscheidender Bedeutung für die Gesundheit. Glücklicherweise haben wir einen sehr zuverlässigen Führer. Die Nähte zwischen der Sohle und dem Strahl, die Strahlfurchen, sind der zuverlässigste und wichtigste Leitfaden, den wir zur Bestimmung der Bedürfnisse des Hufs haben. Ein vollständiges Verständnis ihrer Bedeutung und der Informationen die man durch sie erhält, geben einem einen Röntgenblick, wenn man einen Huf betrachtet.

Huf Seitenansicht - Bogen von vorne nach hinten

Fangen wir mit den Grundlagen an. Beim Blick von der Seite sollte ein natürlich geformter Huf einen Bogen von vorne nach hinten, ähnlich dem Bogen deines Fußes, haben. Das Hufbein formt die vordere Hälfte des Hufs und bei einem stehenden Pferd sollte dies folglich die vordere Hälfte des Bogens widerspiegeln oder hinten leicht erhöht sein. Die seitlichen Knorpel formen die Grundlage der hinteren Hälfte des Hufs, allerdings mit mehr Flexibilität.

Während der normalen Bewegung fängt das Pferd die erste Aufprallenergie mit dem flexibleren hinteren Teil des Hufs ab, was dem Pferd eine unglaubliche Fähigkeit gibt Energie abzubauen. Ähnlich den Gummireifen deines Autos, reduziert diese Flexibilität sofort die Stärke der Erschütterung, die vom restlichen System abgebaut werden muss.

Sobald der Huf die maximale Last erreicht ist der Bogen flachgedrückt, wodurch das Hufbein und die seitlichen Knorpel bodenparallel ausgerichtet werden. Sobald der Schritt vollendet ist hebt das Pferd die Trachten und überlässt der starren vorderen Hälfte des Hufs die enorme Arbeit es vorwärts zu bewegen.

Kadaverhuf - Ansicht 1 Kadaverhuf - Ansicht 2

Die Unterseite des Hufbeins und die seitlichen Knorpel sind wie ein Dom gewölbt. Betrachtet man diesen Dom von unten hat man das Gefühl man blickt in eine Schale und die Papillen, die die Sohle des Pferde wachsen lassen, sind hieran befestigt und wachsen aus dieser Oberfläche. Messungen zufolge, die an Wildpferdehufen und gesunden Hufen domestizierter Pferde vorgenommen wurden, sollte die Sohle 1/2 bis 3/4 inch dick sein und gleichmäßig die gewölbte Unterseite der seitlichen Knorpel und des Hufbeins abdecken. Das ist nichts was wir für das Pferd tun müssen. Die Sohle wird diese Form auf natürliche Weise annehmen, wenn das Pferd viel Bewegung auf seinen blanken Hufen bekommt. Wir müssen der Sohle erlauben zu sehr dichtem Material abzustumpfen, wenn von ihr erwartet wird, dass sie ihren Job macht und die Unterseite des Pferdes schützt. Im Vergleich zur Fläche der Hufwände die Kontakt mit dem Boden hat ist ihre Oberfläche riesig, also ist es in Wirklichkeit die Sohle, die den Löwenanteil des Pferdegewichts trägt (das ist auf jeder nachgiebigen Oberfläche so, egal ob die Hufwand 1/8 inch kürzer oder 3/8 inch länger ist als die Sohle).

Die Sohle wurde dafür gemacht und macht diesen Job sehr gut solange nicht Menschen daher kommen, die sie routinemäßig ausdünnen. Ich persönlich kann sehr gut barfuß auf Schotter laufen, aber ich weiß ich könnte nicht mal auf Gras gehen, wenn jemand ständig die Sohlen meiner Füße schneiden würde, selbst wenn sie es nur an einem kleinen Punkt machen würden und den Rest meiner Hornhaut intakt ließen. Eine zerbrochene Flasche bei einem Campingausflug lehrte mich dies erneut. Ich hatte immer noch viele unempfindliche Bereiche an meinen Füßen, aber die daumenagelgroße Stelle, die ich verloren hatte, ließ meine eigenen Schuhe zu klein erscheinen. Im Prinzip war ich eine Woche lahm und einen Monat später breche ich immer noch keinen Schotter ohne meine "Hufschuhe".

Sohlen von Pferden und Menschen können sehr schnell nachwachsen, aber verhornte Sohle ist eine ganz andere Geschichte. Verhornte Sohle ist einfach eine große Menge Sohlenmaterial auf kleinerem Raum. Es braucht Zeit genug Hornhaut aufzubauen. Sollen wir also die Sohlen der Pferde in Ruhe lassen und sie verhornen und wachsen lassen wie sie wollen? Normalerweise ja, es ist so einfach - lass die verdammte Sohle in Ruhe. Es gibt Ausnahmen und diese trüben das Wasser. Wenn ein Pferd beschlagen oder durch einen Stall beschränkt war, kann sich die Sohle in dicken Lagen bilden. Domestizierte Esel oder Minis neigen zu zuviel Sohlenwachstum, egal wieviel sie sich auf unseren weichen Weiden bewegen. Abzesse unter der Sohle können vermehrt falsche Sohle zur Folge haben. In ausgedörrten Umgebungen, kann es sein, dass die Sohle sich nie von alleine ablöst. Manchmal müssen wir diesen Überschuss entfernen um die Huffunktion und die natürliche Abhärtung der echten Sohle zu ermöglichen.

Wie erkennen wir den Unterschied? Woher wissen wir wann wir eine angemessene Dicke haben, wann zuviel oder zu wenig? Ganz einfach. Die Natur hat uns mit den Strahlfurchen vertrauenswürdige Orientierungshilfen gegeben. Wenn wir lernen sie zu lesen brauchen wir uns niemals fragen was an der Unterseite des Hufs gemacht werden muss und was nicht. Das besondere an den Strahlfurchen ist das ihr Abstand zu den darunterliegenden inneren Strukturen sehr beständig ist. Wenn du die Strahlfurchen an einem Kadaverhuf tiefer schneidest, wirst du feststellen, dass es ca. 1/2 inch bis zur sensiblen Lederhaut ist, egal ob der Rest der Sohle zu dick oder zu dünn ist. Das heißt wenn ein Pferd zuviel Sohle hat, dann sind die Strahlfurchen zu tief und wenn nicht genug Sohlendicke vorhanden ist, sind sie zu flach. Nur ein Abzess unter der Sohle kann die Furchen weiter vom Hufbein wegschieben und ich habe noch nie eine Situation gesehen oder von einer gehört, die sie zu nah heranbringt.

Plattfuß - agressive Bearbeitung nötig Plattfuß - Sohle muss in Ruhe gelassen werden

Oben sind zwei "Plattfüße" mit unterschiedlichen Bedürfnissen zu sehen. Der linke Huf braucht einen sehr agressiven Trim und bei dem rechten Huf muss die gesamte Unterseite des Hufs komplett in Ruhe gelassen werden. Alles was wir machen müssen ist zu verstehen wie tief die Furchen natürlicher Weise sind und wir werden sofort in der Lage sein zu sagen, ob die inneren Strukturen zu weit außen oder zu weit innen liegen. Das gilt für den vorderen und den hinteren Teil des Hufs. Wir können hierfür keine genauen Maße angeben, da unterschiedliche Hufbeine unterschiedliche Grade von Sohlenwölbung haben und natürlich variiert das ganze je nach Hufgröße. Ein bisschen zuviel Sohle stört Pferde weitaus weniger als zu wenig Sohle, deshalb neige ich dazu Fehler lieber auf der Seite der Vorsicht zu machen. Hufe von Wildpferden und von gesunden domestizierten Pferden mit einheitlicher Sohlendicke haben ihre Strahlfurchen (an der tiefsten Stelle) an der Strahlspitze ungefähr 3/4 inch und am hinteren Ende (in der Nähe der Enden der Eckstreben)ungefähr 1 inch über dem Boden. Diese Maße kann man nehmen, indem man eine Raspel über den Huf legt und bis zum tiefsten Punkt der Furche misst.

Wenn dieses Maß an der Spitze des Strahls 1/4 inch beträgt, kannst du mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, das sich nicht genug Sohle zwischen dem Hufbein, der sensiblen Lederhaut und der Außenwelt befindet. Es muss erlaubt werden welche zu bilden. Wenn dieses Maß 1 1/2 inch beträgt, kannst du mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass Material entfernt werden kann. Dieselbe Logik gilt ebenfalls für den hinteren Teil des Hufs.

Diese Maße sind für das Pferd wesentlich kritischer als Zehenlänge oder Trachtenhöhe. Das Hufbein und die seitlichen Knorpel steigen oft auf eine niedrigere Position in der Hufkapsel herab, was in einer Hufkapsel resultiert, die länger ist als normal. Das ist natürlich ungesund, aber Hufbearbeiter und Schmiede die diese Tatsache ignorieren und nach Trachtenhöhe oder Zehenlänge trimmen fügen eine Verletzung zu einer Verletzung hinzu indem sie die Nerven der Lederhaut am Boden des Hufs überstrapazieren. Das ausdünnen der Sohle führt dazu, dass die inneren Strukturen weiter und weiter nach unten wandern und die gesamte Hufwand verlängern. Die Kehrseite ist, dass sich die inneren Strukturen nach oben bewegen, wenn man der Sohle erlaubt zu wachsen und Hornhaut mit einer optimalen Dicke entstehen lässt. Der Kronrand bewegt sich am Skelett nach unten und kürzt die Hufkapsel auf natürliche Proportionen, wenn sich die Hornhaut bildet. Das mittlere und das rechte Bild unterhalb zeigen die natürliche Sohlendicke und -wölbung eines Wildpferdehufs.

Vergleich natürliche Sohlenwölbung vs. geschnittene Sohlenwölbung Kadaverhuf - Sohledicke Beispiel 2 Kadaverhuf - Sohledicke Beispiel 2

Im oberen linken Bild kannst du unser Ziel sehen wenn wir mit einer flachen Strahlfurche konfrontiert sind. Die linke Seite des Bildes zeigt wie wir den flachen Huf mit flachen Strahlfurchen in einen gewölbten Huf mit angemessener Sohlendicke verwandeln, indem wir erlauben das sich eine angemessene Sohlendicke bildet. Die rechte Seite des Bildes zeigt den üblichen Fehler, bei dem versucht wird die Sohlenwölbung herauszuarbeiten, man dünnt einen Bereich aus, der schon zu dünn ist. Wir werden Sohlenwölbung ausbilden, wenn wir Sohlendicke ausbilden. Im Gegensatz zu der Art wie das Bild gezeichnet werden musste, verlängert sich der Huf während dieses Prozesses nicht. Das Hufbein und die seitlichen Knorpel werden nach oben gedrückt, sobald sich die Sohle bildet, wobei die Hufkapsel die gleiche Länge behält oder oft dramatisch gekürzt wird.

Wenn dieser Prozess erst zum Teil abgeschlossen ist, wirst du, angrenzend an die weiße Linie, einen flachen Punkt und eine gewölbte Form, im Bereich der lebenden Sohle näher am Strahl, sehen. Die flachen Bereiche zeigen dir zuverlässig wo die Sohle immer noch zu dünn ist. Es ist sehr wichtig anzumerken, dass, wenn das Pferd versucht die natürliche Sohlendicke aufzubauen, es häufig Schlüsselbereiche bevorzugen wird, an denen die Sohlendicke am meisten benötigt wird. Die Folge werden Klumpen oder Beulen auf dem flachen Bereich sein. Viele Barhufbearbeiter trimmen diese Beulen routinemäßig und arbeiten so gegen die Versuche des Pferdes eine angemessene Sohlenwölbung zu erreichen. Du musst dir den natürlichen Verlauf der individuellen Sohlenwölbung des Pferdes vorstellen und bestimmen ob dieser Verlauf komplett bis zur weißen Linie läuft ohne irgendwo flach zu werden. Dieser Klumpen könnte der einzige richtige Punkt am ganze Huf sein. Wenn er innerhalb der imaginären Schale der natürlichen Wölbung liegt, solltest du ihn da lassen und hoffen das er sich über den Rest der Sohle ausbreitet.

Kadaverhuf - Ansicht von vorne Kadaverhuf - Sohlenansicht Kadaverhuf - Ansicht Sohlenwölbung Kadaverhuf - Ansicht von hinten

Zum veranschaulichen ordnungsgemäßer Sohlendicke anhand der Strahlfurchen, nutze Wildpferdehufe oder gesunde Hufe domestizierter Pferde mit angemessener Sohlendicke. Stelle dir die Strahlfurchen als Boden einer Schale vor, die natürliche Sohlenwölbung verläuft von dort nach oben. Alles was oberhalb dieser Schale liegt sollte wahrscheinlich entfernt werden. Jeder Bereich der unterhalb dieser Schale liegt sollte in Ruhe gelassen werden und wachsen dürfen. Wird dies falsch verstanden fangen die Leute an Pferde zu verletzen. Nochmal, wenn die Schale nicht tief genug ist, dann ist nicht genug Sohle vorhanden. Es wird im äußeren Umkreis einen flachen Punkt in der Sohle geben, der die weiße Linie berührt. Du wirst üblicherweise den Verlauf der natürlichen Sohlenwölbung sehen, wo er aus dem Strahl kommt, doch dann wird er dort abflachen, wo die Sohle zu dünn ist. Studiere die vorherigen Zeichnungen, wenn dir das noch nicht kristallklar ist.

Anfangs wussten wir nicht genau wieviel Wölbung bei den einzelnen Pferden nötig ist, also gingen wir davon aus, dass sie vorne 3/4 inch und hinten 1 inch tief sein soll, um auf der sicheren Seite zu sein. Diese Maße sind wahrscheinlich das Maximum das du üblicherweise finden wirst und immer ein guter Punkt anzufangen. Nachdem wir ein wenig Tiefe gebildet haben wird die Form der natürlichen Sohlenwölbung zum Vorschein kommen und wir wechseln die Bearbeitung indem wir dieser Form vertrauen.

Der Huf oben hat fast überall die richtige Sohlendicke, aber du kannst einen leicht abgeflachten Bereich in der Sohle an der Zehe erkennen, der anzeigt, dass hier ein kleines bisschen mehr Tiefe aufgebaut werden könnte. Viel zu viele Bearbeiter neigen dazu Wölbung in diese flachen Regionen zu schneiden und dünnen so einen Bereich aus der schon zu dünn ist. Nochmal, das Ergebnis ist ein flacherer Huf, da es dem untergrabenen Hufbein frei steht unter dem Gewicht des Pferdes nach unten zu wandern. Wölbung muss aufgebaut und kann nicht hineingeschnitten werden. Die Sohlenwölbung des oberen Musters wurde nie mit einem Messer getrimmt. Das war ein Pferd das ich besaß, welches bei einem Zaununfall starb. Die Sohle hat sich in dieser Form auf natürlichem Wege selbst verhärtet, als sie eine angemessene Sohlenwölbung erreicht hatte. Alles was ich gemacht habe war tote, kreidige Sohle, während der Nebensaison, zu entfernen.

Sohlenwölbung Ansicht 1 - Wildpferdhuf Sohlenwölbung Ansicht 2 - Wildpferdhuf

In Jaime Jackson's Muster eines Wildpferdehufs (oben) ist die Strahlfurche an der Spitze des Strahls nur 1/2 inch tief, aber innerhalb der Sohlenwölbung. Wenn dies ein domestiziertes Pferd in unserer Pflege wäre wüssten wir das die natürliche Sohlendicke erreicht wurde, da es an keinem Teil der Sohle flache Punkte entlang der weißen Linie gibt. Diese natürliche Form der abgehärteten Sohle unterstreicht unsere ursprüngliche 3/4 inch Anfangsannahme, unabhängig davon ob sich herausstellt das es tiefer oder flacher ist. Wenn diese Prinzipien nur weitestgehend verstanden werden würden...

Ich persönliche sehe mehr Pferde die durch die Raspel des Hufschmieds lahm gemacht wurden, als durch alle anderen Möglichkeiten zusammen. Ich würde gerne eine Raspel sehen, die einen starken elektrischen Schlag an ihren Nutzer schickt, wenn sie, aus welchem Grund auch immer, weniger als 5/8 inch vom Boden irgendeiner Strahlfurche entfernt ist. Ein Hufmesser, das seinen Nutzer schockt, wenn es weniger als 5/8 inch vom einem Hufbein oder seitlichen Knorpel entfernt ist, wäre auch schön. Ich würde mein letztes Geld ausgeben um sie zu kaufen und sie über die ganze Welt verteilen. Es gibt keine Entschuldigung für so ein eklatantes Missverständnis des Hufs. Die meisten Abzesse unter der Sohle und JEDE Penetration der Sohle durch das Hufbein, die ich je gesehen habe, kamen als Folge des vorherigen Entfernens von Sohlenmaterial unter dem Hufbein oder den seitlichen Knorpeln. Das ist eine gewichtige Aussage, ich weiß, aber schmerzlich zutreffend.

Röntgenbild - Huf mit Diagnose Hufrehe Röntgenbild - derselbe Huf sechs Monate später

Die Spitze von P3 in dem oberen Röntgenbild durchbohrte sogar die Sohle. Der behandelnde Tierarzt diagnostizierte chronische Hufrehe, Sohlen Penetration und Verkalkung der seitlichen Knorpel. Die tiefen Raspelspuren und der riesige abgeflachte Bereich sind vor dem Strahl immer noch in der Sohle sichtbar! Diese Arbeit wurde als Vorbereitung für einen Korrekturbeschlag durchgeführt. Die Strahlfurchentiefe an der Spitze des Strahls war null und hinten am Huf ungefährt 1/4 - 3/4 inch. Die Bedingungen hier sollten für das geschulte nackte Auge sofort deutlich werden, aber ich habe das zu viele hundert male gesehen um darauf zu zählen. Warum wird es so selten zur Kenntnis genommen? Das obere rechte Röntgenbild wurde sechs Monate später aufgenommen. Ich habe dem Pferd einfach erlaubt eine angemessene Sohlendicke unter P3 auszubilden, in eine besser befestigte Hufwand zu wachsen und hielt die Trachten 1/16 inch über der Sohle. Dies stellte 100% Gesundheit und Nutzbarkeit für das Pferd wieder her und ließ den Großteil der Verkalkungen der seitlichen Knorpel verschwinden... In sechs Monaten.

Ich strenge mich in Fällen wie diesem sehr an nicht mit Fingern auf den vorherigen Hufschmied zu zeigen. Es würde nur als Versuch verstanden werden den Wettbewerb abzustellen und ich würde wahrscheinlich mein Leben als Zeuge in Gerichtssälen verbringen oder von einem wütenden Hufschmied totgeschlagen werden, also weiche ich Fragen der Besitzer, bezüglich der wirklichen Gründe für diese Probleme, geschickt aus, um den Frieden zu waren. Es macht mein Leben leichter, aber ich werde möglicherweise für diese Unehrlichkeit in die Hölle kommen.

Während Barhufbearbeiter normalerweise nicht schuldig sind die Sohle an der Zehe zu malträtieren, sind viele von ihnen schuldig den selben Missverständnissen hinten am Huf zu erliegen. Wie das Hufbein an der Zehe, können auch die sensiblen Strukturen hinten am Huf vorfallen oder relativ zum Kronrand nach unten wandern. Viele Bearbeiter versuchen die Trachten und Eckstreben zu schnell in die Wildpferdeform zu trimmen und dünnen die Sohle hinten am Huf zu schnell aus. Die Folgen sind Empfindlichkeit, Quetschungen der Sohle und dann Abzesse. Die Sohle ist dafür ausgelegt das Pferd zu tragen, aber nur wenn sie gut abgehärtet und natürlich dick ist.

Huf nach Erstbearbeitung - Sohlenansicht Huf vier Monate später - Sohlenansicht
Huf nach Erstbearbeitung - Seitenansicht Huf vier Monate später - Sohlenansicht

Auf den oberen Fotos sind die linken Bilder vom Setup-Trim und die rechten sind von einem späteren Trim vier Monate später. Die Sohle hat soviel Tiefe und Wölbung gebildet, weil sie während des Prozesses komplett in Ruhe gelassen wurde. Ich behandelte das Pferd wegen sehr dünner Sohlen und wegen getrennter Blättchenschichten. Beachte das die Strahlfurche an der Spitze des Strahls beim Setup-Trim nur ungefähr 1/8 inch tief ist und die Sohle vor dem Strahl flach wird. Es sollte also offensichtlich sein, dass die Sohle unter P3 sehr dünn ist. Vier Monate später, hat sich die Sohle verdickt und die Strahlfurche ist an der Spitze des Strahls 1/2 inch tief und die Sohlenwölbung hat sich ausgebildet und spiegelt die Form des Knochens. Die gesamte Trennung der weißen Linie ist herausgewachsen, mit Ausnahme eines kleinen bisschens an der Zehe.

Jetzt betrachte die Trachten und die Eckstreben. Früher in meiner Karriere hätte ich diese Eckstreben als übergelegt oder verbogen angesehen und hätte Eckstreben und Sohle zusammen getrimmt um sie geradezurichten. Heute jedoch sehe ich den flachen Bereich der Sohle am hinteren Teil des Hufs als Indikator dafür das die Sohle zu dünn ist. Die Eckstrebe ist nicht übergelegt, aber sie ist aufgrund der fehlenden Sohlentiefe zu kurz abgeschliffen. In den nächsten vier Monaten habe ich die Sohle einfach wachsen lassen und habe die Eckstreben und die Trachtenwand auf Höhe der Sohle gekürzt. Wenn die Sohle eine angemessene Tiefe ausbildet, folgen die Eckstreben der resultierenden natürlichen Wölbung und richten sich selbst gerade.

Als ich es gewohnt war diese Wölbung zu trimmen anstatt sie wachsen zu lassen, waren meine Pferde weniger gesund und ihre Sohlen waren viel flacher. Innerhalb von vier Wochen würde der flache Punkt zurückkehren und ich würde ihn wieder trimmen. Hatte ich Erfolg mit Hufwiederherstellung und mit Barhuf Leistungspferden? Ja hatte ich, aber ich hatte zu dieser Zeit keine Ahnung wieviel besser die Dinge sein könnten. Jetzt, im Nachhinein ist es leicht zu sehen warum.

Egal ob es ein Schmied ist der die Sohle an der Zehe ausdünnt oder ein Barhufbearbeiter, der die Sohle hinten am Huf ausdünnt, die Folgen sind Sohlenempfindlichkeit und Quetschungen der lebenden Lederhaut der Sohle. Diese Quetschungen führen oft zu Abzessen unter der Sohle. Hufbearbeiter müssen das erkennen, weil Sohlenempfindlichkeit und Abzesse unter der Sohle bei Pferden mit angemessener Sohlendicke und Hornhaut ungefähr so üblich sind wie weiße Pferde die sich nicht im Matsch wälzen. Die Strahlfurchen als Leitfaden zu nutzen wird dir diesen Ärger ersparen.

Bearbeitung eines sehr langen Eselhufs

Dieselben praktischen Kenntnisse von den Strahlfurchen werden dir ebenfalls sagen wenn es Zeit ist die Sohle sehr stark zu bearbeiten. Die Strahlfurchen des Eselhufs oben sind 1 1/2 inch tief. Wir können beruhigt die "natürliche Schale" der Sohlenwölbung herstellen und den Überschuss dramatisch reduzieren. In diesem Fall hielt ich meinen Nipper die ganze Zeit 3/4 inch entfernt vom Boden der Strahlfurchen. Nach dieser einmaligen starken Reduzierung solltest du darauf achten ob die natürliche Form der Hornhaut des Tieres zum Vorschein kommt und dieser vertrauen, anstatt der erfahrungsmäßigen Schätzung mit der du begonnen hast. Die Strahlfurchen hinten an diesem Huf zeigen dir, dass die sensiblen Strukturen nach unten gewandert sind und ein trimmen der Trachten nach Wildpferdeform würde in Wirklichkeit dazu führen, dass du die Furchen zu flach machst und in diesem speziellen Fall sogar die seitlichen Knorpel schneiden würdest. Die Sohle hinten an diesem Fuß muss erhalten werden um sie nach oben zu bewegen.

Huf mit Hufbeinrotation vor der Erstbearbeitung Derselbe Huf acht Monate später

Die Bilder oben veranschaulichen die Informationen, die die Strahlfurchen anzubieten haben. Das linke Bild ist vor dem Setup-Trim aufgenommen worden. Bei dem Pferd wurde eine Hufrollenentzündung und eine Hufbeinrotation von über 20 Grad diagnostiziert. Auf dem rechten Bild ist der selbe Huf acht Monate später vor einem sechs wöchigen Erhaltunstrim, gesund und arbeitsfähig fürs Leben. Die Sohle wurde während dieses Prozesse nie getrimmt.

Die Strahlfurchen waren beim Setup-Trim an der Spitze des Strahls 1/16 inch und hinten am Huf 1 inch tief. Der große Abstand von der Strahlfurche hinten am Huf bis zur Haarlinie zeigt das die seitlichen Knorpel nach unten gewandert sind und die Trachten können nicht signifikant gekürzt werden ohne die Sohle auszudünnen und dem Pferd einen notwendigen Schutz zu nehmen.

An der Spitze des Strahls zeigen uns die Strahlfurche und der vordere flache Bereich der Sohle, dass das Hufbein sehr weit außen liegt. Tatsächlich kannst du seine Abdrücke deutlich auf der Sohle sehen und die nicht unterstützende Sohle und die Hufwand haben sich nach vorne gestreckt. Verwendet man diese Information und bewertet die massiv verlängerte Hufkapsel, wissen wir daß das Hufbein und die seitlichen Knorpel in der Hufkapsel nach unten gewandert sind. Wenn wir den Huf in die natürliche Form schneiden würden, würden wir das Hufbein selbst trimmen. Das Hufbein zu beraspeln ist schlecht! :-)

Stattdessen kürzte ich nur die Wände und Eckstreben auf eine Länge von 1/16 inch länger als die gesunde Sohle und baute den Druck auf die gelöste Zehenwand ab. Acht Monate später ist die Spitze des Strahls schön in 5/8 inch Sohlenwölbung versenkt. Die Strahlfurche hinten am Huf ist 7/8 inch tief (nachdem die Wände auf 1/16 inch über der Sohle getrimmt wurden). Überall ist angemessen viel abgehärtete Sohle.

Zusätzlich hat die verhornte Sohle die inneren Strukturen in der Hufkapsel viel weiter nach oben bewegt, was den Huf dramatisch verkürzt hat. Die Zehenwand ist viel kürzer und die Strahlfurchen hinten am Huf sind nun über dem Haaransatz. Mit anderen Worten, der Kronrand und der Rest der Hufkapsel ist mehr als einen Zoll am Skelett nach unten gewandert, an eine natürlichere Position. Das Ergebnis sind natürlich kurze Trachten und Zehen, und überall eine angemessenere Sohlenwölbung und -dicke. Es waren Abrollkomfort, ordnungsgemäße Bewegung und das Wachstum einer gut befestigten Hufwand, was die Hufkapsel verkürzt hat, nicht das Messer oder die Raspel.

Es haben zuviele Methoden und Maße Anwendung am Huf gefunden, die möglicherweise zählen könnten. Diese hier könnte sich wie eine weitere auf einer langen Liste anhören. Allerdings versichere ich dir, dass es nichts wichtigeres für die Gesundheit und die Huffunktion eines Pferdes gibt als die natürliche Sohlendicke. Falls du das anzweifelst, versuche ein klein wenig Sohle deines eigenen Fußes wegzuraspeln, nur ein kleines bisschen alle vier Wochen wird seinen Zweck erfüllen. Studiere die Wildpferdehufe und stelle dir in deinem Kopf die Form der Sohlen und insbesondere die Höhe der Strahlfurchen vom Boden vor. Beim Wildpferdehuf unten wurde ein Draht auf den Boden der Strahlfurche platziert um diese auf dem Röntgenbild hervorzuheben.

Wildpferdhuf - Seitenansicht Röntgenbild Wildpferdhuf - Seitenansicht

Wenn du sicherstellst, dass die Strahlfurchen deiner Pferde, sich in einer natürlichen Höhe über dem Boden befinden, wirst du von ihrer Gesundheit und ihrer eigenen Fähigkeit, Hufprobleme zu reparieren und zu verhindern, erstaunt sein. Die Natur war gut zum Pferd, dass sie so eine genaue Anleitung anbietet, der wir folgen können. Wie immer müssen wir nur lernen zuzuhören.

Kommentare

  • Yvonne schrieb:

    Hi, ich finde die Beiträge echt so genial. Warum denken eigentlich nicht alle so,die Hufe bearbeiten. Mir fehlt das Auge für die Stellung der Hufe. Schade, dass ich so weit weg wohne. Lg. Yvonne


  • The coffin bone and lateral cartilages often descend into a lower position in the hoof capsule and this leaves a hoof capsule that is longer than natural.
    Descend = move down, go down.
    Das Hufbein und die seitlichen Knorpel steigen oft auf eine niedrigere Position in der Hufkapsel herab, was in einer Hufkapsel resultiert, die länger ist als normal.
    You have translated descend with “steigen” maybe it should be “herabsteigen oder senken” as this is the literal translation of the word. It also makes more sense. I do hope this will be of some help.
    Greetings Mr. M. J. Yeates
    P.s you have made a marvelous job of the translations of Pete Ramey’s work.

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