Das Ende der weißen Linien Erkrankung

Übersetzung des Artikels "The End Of White Line Disease" von Pete Ramey


Zuallererst "weiße Linien Erkrankung" ist eine unzutreffende Bezeichnung. Es ist überhaupt keine Erkrankung. Es scheint jedoch eine Epidemie zu sein und deshalb ist es mein Hauptanliegen geworden Hufschmieden und Barhufbearbeitern beizubringen wie sie damit fertig werden. Die verräterischen Anzeichen sind gedehnte weiße Linien und tiefe Furchen, die mit verrottendem Material gefüllt sind, an den Stellen wo weiße Linien sein sollten. Verbiegungen die herauswachsen, Hufe an denen kein Eisen halten will, Sohlen die trotz der gewissenhaftesten Pflege flach bleiben und wiederkehrende Abzesse. Diese Liste geht weiter. Das Fazit ist, dass die Hufwände anfangen sich von der Blättchenschicht zu trennen und es scheint für die meisten Fachleute unmöglich irgendetwas dagegen zu tun.

In der Vergangenheit wurde ein breites Spektrum von Bakterien, Pilzen, Viren, Hefen usw. dafür verantwortlich gemacht. Michael Wildenstein von der Cornell University hat kürzlich eine sehr hilfreiche Studie im "Hoofcare and Lameness" Magazin und im "American Farriers Journal" veröffentlicht, die Pilzinfektionen als die Schuldigen an der Spitze der Zerstörung identifizierte, denen alle anderen Krankheitserreger nachfolgen. Wenn die Probleme alle durch einen Pilzbefall kommen, sollten wir in der Lage sein die beschädigten Bereiche zu öffnen, diese mit einem Antipilzmittel zu behandeln und danach keine Probleme mehr haben, richtig? Überall finden Hufschmiede und Pferdebesitzer heraus, dass das nicht der Fall ist, da die Hufe nicht aufhören vor ihren Augen zu zerfallen.

Sind Pilze wirklich das Problem? Sicherlich sind sie ein Teil des Problems. Die Ursache die momentan alle im Kopf haben ist die, dass der Osten der USA kürzlich sehr regnerisches Wetter hatte, dass auf eine vier Jahre lange Trockenperiode folgte. Die Pilze haben ihren großen Tag mit den Hufen, der Haut und den Lungen unserer Pferde. Als die Kenntnis davon zugenommen hat, erkannten Pferdebesitzer und Hufschmiede in trockenen Gegenden, dass sie vor Jahren ebenfalls hiervon geplagt wurden. Aber ich habe herausgefunden, dass die "weiße Linien Erkrankung" mit einem dreiteiligen Angriff, bestehend aus 1) Anpassungen am Lebensraum, 2) Anpassungen bei der Ernährung und 3) kompetenter Hufpflege, besiegt werden kann. Wenn du dich dafür entscheidest irgendeine dieser drei Komponenten zu ignorieren werden deine Ergebnisse wahrscheinlich unvollständig oder absolut erfolglos sein, wenn man aber die drei zusammen benutzt, hat die Trennung selten eine Chance.

Pferdehufe sind in hohem Maße anpassungsfähig. In der Natur entwickeln Pferde, die in trockenen Wüstenregionen leben, sehr kurze, tief gewölbte Hufe, die Absplitterung und übermäßiger Abnutzung sehr gut widerstehen. Ihre stabile Haltbarkeit spiegelt das Gelände wider, auf dem sie sich jeden Tag bewegen. Ein Wildpferd, das in einer weichen, regnerischen Umwelt lebt, hat eine ganz andere Hufform. Die Hufe haben etwas flachere Sohlen und eine geweitetere Form, die in dem weichen und feuchten Boden, auf dem eine Abnutzung von Hufhorn unmöglich ist, splittern und wegbrechen kann. Das Wesentliche was diese beiden Hufformen gemeinsam haben ist, dass die Knochenstütze in beiden korrekt bleibt und der Huf seinen Job in seinem jeweiligen Gelände ausführen kann. Ich könnte damit allein stehen, aber es ist meine feste Meinung, dass die Sache, die es Hufen in einem feuchten Lebensraum ermöglicht zu verbiegen und abzubrechen, anstatt massiv zu lang zu werden und eine sehr gefährliche Situation für das Pferd zu schaffen, genau dieser Pilzbefall und diese Wandtrennung ist, die wir versuchen zu bekämpfen. Mit anderen Worten ist die Trennung ein Verteidigungsmechanismus. Bin ich verrückt? Benutze einfach deinen Kopf.

Kannst du dir vorstellen was ohne diese Trennung und Verbiegung passieren würde? Stell dir eine Wildpferdeherde vor, die auf Futtersuche durch das karge Weideland, ihren nomadenhaften Lebensstil mit Wanderungen von 20 Meilen pro Tag lebt. Jetzt überquert die Herde einen Gebirgszug und findet ein üppiges und fruchtbares Tal mit einem weichen, feuchten Flussbett, dass mit saftigem grünen Gras bedeckt ist, was glaubst du werden sie machen? Wissend das es nur Pferde sind würde ich sagen, dass sie genau dort bleiben würden, bis sie jeden Bissen gefressen haben oder ein Raubtier sie verscheucht. Innerhalb kürzester Zeit werden ihre Hufe zu lang werden. Der schnelle Zuwachs und das stark verdichtete Horn kann sich überhaupt nicht abnutzen, während sie herumstehen und auf dem weichen Boden grasen. Wenn die Natur kein Verteidigungssystem für diese Situation eingebaut hätte, würde das das Ende der gesamten Herde sein. Die Hufe würden sehr hoch wachsen, die Knochenstützen in sehr unnatürliche Positionen zwingen und die Pferde auf "Stelzen" heben. Die Pferde würden sich ohne Zweifel ihre Beine brechen und es gebe keine Möglichkeit für die Hufe sich wieder herzustellen und das überschüssige Horn zu entfernen.

Glücklicherweise wurden die Pferde für dramatische Änderungen der Umgebungsbedingungen gut vorbereitet. Wie viele Wege der Natur ist es nicht schön, aber es funktioniert. Die Hufwände fangen an sich von den Hufbeinen der Pferde zu trennen. Sobald die Hufwände sich wegbiegen, finden Pilze in den Trennungen und Spalten eine perfekte Umgebung und fangen an sich von den Hufwänden zu ernähren. Das schwächt die Hufe weiter und sie brechen in großen Stücken weg. Sind das schlechte Nachrichten für das Pferd? Nicht zwangsläufig, weil all diese Zerstörung ihre Leben rettet. Es wird keine unnatürliche Hufwandlänge geben, die ihre Gelenke in schädliche Positionen verdreht, P3 seiner natürlichen Unterstützung beraubt, indem die Sohle vom Boden angehoben wird oder ihre Fähigkeit sich zu bewegen stört. Sobald sie zu ihrem nomadenhaften Lebensstil zurückkehren, wird die verbogene, geschwächte Wand aufhören wegzubrechen und gesundes Horn kann sie ersetzen.

Jüngste Forschungen der Michigan State University (Bowker) zeigen, dass die epidermale Blättchenschicht bei domestizierten Pferden bei denen Verbiegungen vorhanden sind erstaunliche Veränderungen durchmacht. In Wirklichkeit wird sie gespalten und dann breitet sich diese Aufspaltung zurück zur Basis aus, bis die Blättchenschicht in zwei schwächere aufgeteilt ist. Das ist die Reaktion des Körpers auf Überbelastung und auf den Versuch an den verbogenen Wänden zu "hängen". Im Gegensatz dazu zeigen verbogene Wildpferdehufe die in der Universität ankommen diese Teilung nicht. Mit anderen Worten heißt das, dass trotz der Tatsache das Wildpferde pro Tag zwanzig Meilen auf sehr steinigen Untergründen laufen, sind die Hufe nicht überbelastet. Warum? Nur in der Domestizierung versuchen wir verbogene Wände in eine unterstützende Rolle zu zwingen. In freier Wildbahn wird eine verbogene Wand aus einer aktiv unterstützenden Rolle genommen und der Körper unternimmt keine Versuche daran festzuhalten.

Wir haben kürzliche Wildpferdehufe im Großen Becken von Nordkalifornien gefunden. Das Pferd starb in einem Viehgitter. Es war ausgewachsen und hatte wunderschöne Hufe, aber nach einem Winter im Schnee waren leichte Verbiegungen vorhanden. Es hatte ca. 410 Blättchen pro Huf, im Gegensatz zu den "normal" 550-600 die wir bei Hufen domestizierter Pferde sehen (nicht unter natürlicher Pflege). Trotz der Tatsache, dass es den Großteil seinen Lebens auf einem soliden Untergrund aus baseballgroßen Lavasteinen verbracht hat, waren seine Hufe viel weniger das Ziel von Überbelastung als die seiner domestizierten Brüder, die auf weichen Weiden stehen.

Die Verbiegungen die es hatte waren einfach der natürliche Weg das übermäßige Wachstum der verschneiten Monate loszuwerden. Das könnte dir anfangs wie eine bizarre Idee erscheinen, aber ich bin zu dem Schluss gekommen Hufrehe, Verbiegungen und sogar Pilzinfektionen als notwendige und gesunde Anpassungen zu sehen, die der Huf vornehmen kann und wir lassen sie bei domestizierten Pferden einfach zu Extremen ausufern.

Umgebungsbedingte Gründe

Warum also nehmen sich Hufbearbeiter nach Natural Hoof Care, die in feuchten Gegenden arbeiten, die Hufe der Pferde die in den High Desserts leben zum Ziel, wenn Wandtrennungen in weichen, üppigen und feuchten Umgebungen natürlich und notwendig sind? Weil die Leute ihre Pferde gerne auf festen, steinigen Untergründen reiten wollen und das "Austricksen" des domestizierten Hufs, damit er sich mehr an eine naturgetreue Nachbildung der Wildpferdehufe der High Desserts anpasst, unerlässlich ist um Barhuf auf solch einem Untergrund zu reiten. Es ist ebenfalls unerlässlich um einen Huf mit starken Wandtrennungen wieder zu etwas herzustellen, dass beschlagen werden kann, also auch wenn du kein Interesse daran hast Barhuf oder in Hufschuhen zu reiten kannst du hier Hilfe finden. Pilze und Bakterien haben es schwer in feste, gesunde Hufe einzudringen, deshalb ist das Pferd umso sicherer vor opportunistischen Krankheiten desto näher wir die Hufe am Vorbild der massiven Wildpferdehufe der Wüste halten können.

Ich denke, dass Bewegung in Form von 24 Stunden Auslauf übertrieben und unsachgemäß angewendet werden kann. Die Wahrheit ist, dass Feuchtigkeit, üppiges Gras und weicher Boden die erbittertsten Feinde unserer Hufe sind und der Schaden, der ihnen durch tagelanges im Regen stehen zugefügt wird, kann das Gute, das dem Körper durch 24 Stunden Auslauf getan wird, überschatten. In der regnerischen Zeit (oder möglicherweise immer wenn die einzige verfügbare Weide weichen Boden hat) ist ein Kompromiss die bessere Idee. Mache alles was du kannst um das Gelände der Pferde zu trocken zu legen, ermögliche soviel Bewegung wie möglich und bringe das Pferd für "Abtrocknungsphasen" rein.

Ich sehe erstaunliche Resultate bei Pferden, sobald ihre Besitzer eine vier Inch dicke Unterlage aus Erbsenschotter (buchstäblich die Größe einer Erbse oder etwas größer) in ihre Ställe oder Paddocks legen. Es ist eigentlich sehr leicht sauber zu halten (sofern man am Ball bleibt) und komfortable Einstreu. Es trocknet Hufe aus und stählt sie wie nichts anderes. Eine andere großartige Möglichkeit für Regenwetter ist einen Matschpaddock anzubieten, der oft mit einem Traktor abgeschabt wird. Die Hufe werden ihn in eine betonähnliche Oberfläche stampfen, wenn der Mist regelmäßig entfernt wird und kurz nachdem es aufhört zu regnen werden die Hufe trocken sein. Das ist ebenfalls eine wunderbare Alternative, wenn Tau das Gras durchnässt und bewirkt, dass die Hufe die ganze Nacht nass sind.

Wenn du für deine Pferde eine Kombination aus beiden Möglichkeiten zur Verfügung stellen kannst, wirst du beobachten wie die meisten deiner Probleme dahinschmelzen. Jedermanns Situation und Möglichkeiten wird sich unterscheiden, aber wenn wir die Natur davon abhalten wollen den Hufen zu sagen, dass es nötig ist sich zu verbiegen und mit Pilzen infiziert zu sein, ist es entscheidend, dass wir ihre Lebensbedingungen so weit wie möglich trocken legen müssen, ihre Hufe davon abhalten zu lang zu werden und sie auf raueren Böden leben lassen.

Ernährung

Kein Mensch war dafür bestimmt cremegefüllte Schokoladeneclairs zu essen. Jemals. Allerdings verzeihen einige menschliche Körper diesen Affront besser als andere. Ich könnte wahrscheinlich ohne nachteiligen Effekt pro Tag zehn davon essen, weil die Pferde in meiner Pflege sicherstellen, dass ich mehr als meinen Trainingsanteil kriege. Wenn mein Vater am Tag drei davon essen würde, würde er möglicherweise aufgehen wie ein Ballon und sofort negative Auswirkungen auf seine Gesundheit feststellen. Wenn sein Vater auch nur eins davon essen würde, würde es ihn höchstwahrscheinlich an Ort und Stelle umbringen.

Unsere Pferde sind mit dem reichlichen Futter, dass uns beigebracht wurde zu füttern, in der gleichen Situation. Einige kommen gut damit zurecht, besonders wenn sie jung und aktiv sind und kein besonderes Problem im Körper haben, das dazu führt, dass sie Schwierigkeiten damit haben Zucker zu verarbeiten. Obwohl es sie am Ende schließlich einholt. Üppiges, gedüngtes, grünes Gras, Hülsenfrüchte, Obst, Eicheln, Getreide und Melasse vergiften täglich unsere Pferde. Unser jüngstes Regenwetter hat einen dramatisch erhöhten Nährwert und Ertrag auf unseren Weiden verursacht. Während die meisten Barhufbearbeiter die Wichtigkeit erkannt haben diese Dinge aus der Ernährung von Hufrehepferden zu entfernen, haben nur wenige bemerkt, wieviele "kleine" Probleme sie verursachen, wie z.B. die Erkrankung der weißen Linie.

Eines der ersten Dinge die zu Beginn von Hufrehe stattfinden ist eine Erhöhung der MMP Produktion. (Pollitt) MMP's sind Enzyme die auf natürliche Weise helfen die Verbindung zwischen Huf und Pferd auszubessern und schon bei sehr leichter Hufrehe können sie in eine Art Schnellgang geraten und die Membran (Basalmembran), die das lebende Corium (Lederhaut) umgibt, angreifen. Das Ergebnis ist eine Trennung der Hufwand von der Blättchenschicht. Diese erste Trennung tritt an der Basalmembran (eine Schicht aus Proteinen) zwischen den lebenden dermalen und den epidermalen Basalzellen auf. Die tote oder beschädigte Basalmembran ist der Zugangspunkt, an dem die Pilze sich normalerweise im Huf festsetzen. Pollit hat festgestellt, dass diese Schädigung schon bei den schwächsten Hufrehevorfällen das erste Mal stattfindet. Auch wenn das Pferd nicht die typischen starken Schmerzen hat die mit Hufrehe verbunden sind (die wir wahrnehmen können), war die üppige Ernährung bereits am Werk und zerstörte die Verbindung der Hufwand. (Lies "Hufrehe Update" für einen tiefer gehenden Einblick dafür, wie die Ernährung die Unversehrtheit der weißen Linie beeinflusst.)

Ich lehne mich hier allein weit aus dem Fenster, aber ich denke, dass das ebenfalls ein Verteidigungssystem ist. Pferde sind im Verhältnis zu ihrer Zeit auf der Erde erst seit kurzer Zeit in der Domestizierung. Ihre Körper denken sie sind wild, freilaufend und sie sind bloß über eine Oase gestolpert. Der einzig logische Weg für die Hufwände zu reagieren ist zu versuchen sich selbst von dem Pferd zu trennen, um die Gefahren einer übermäßigen Länge zu vermeiden und die P3 Unterstützung durch den Boden aufrecht zu erhalten. Das daraus resultierende tote Gewebe der Basalmembran ist ein idealer Zugangspunkt für Pilzinfektionen um den Schaden auszubreiten. Wenn ein Pferd keine Schmerzen durch eine Entzündung der Lederhaut hat (Hufrehe) und die Hufwände sich trotzdem stetig von der Blättchenschicht trennen, macht es wahrscheinlich genau das, was das üppige Futter das es erhält ihm sagt das es machen soll. Um diese Zerstörung umzukehren, behandle das Pferd einfach so als ob es an einem klassischen Hufrehevorfall leidet und beschränke die Ernährung auf frei verfügbares Heu, einen Salzleckstein, einen Mineralleckstein und Wasser. Besser noch, füttere Pferde auf diese Art und beuge Hufrehe und der Erkrankung der weißen Linie vor.

Ignoriere diesen Schritt nicht. Es ist die Wurzel aller "Härtefälle" die ich je gesehen habe. Die meisten Leute füttern ihren nicht arbeitenden Pferden aus Angst sie könnten Gewicht verlieren zu. Wenn du mir einen menschlichen Olympiateilnehmer zeigen würdest und ich darauf hinweisen würde, dass ich seine Rippen sehen kann und empfehle dass er anfangen sollte mehr Zeit auf der Couch zu verbringen und dass er bis er gesünder ist täglich zehn cremegefüllte Schokoladeneclairs essen sollte, würdest du über meine Dummheit lachen. Also warum sehen so wenig Leute dieselbe Sache wenn es ihre Pferde betrifft? Derselbe Hinweis macht für die Leute absolut Sinn, wenn man über ein Pferd spricht. Ein Erhöhung des Futters ohne eine Erhöhung der Bewegung kann beim Pferd nur ungewolltes Fett ansetzen. Wenn du willst das dein Pferd Gewicht zulegt, das tatsächlich positiv ist, erhöhe sein Training während du eine angemessene Ernährung bereitstellst, genauso wie du es bei dem menschlichen Sportler machen würdest. Glaub es oder nicht, allein frei verfügbares Heu aus verschiedenen Grassorten, ermöglicht dies für einen schockierend hohen Anteil der Pferde.

Hufpflege

Nun zu dem Teil auf den du gewartet hast, die Hufbearbeitung. Ich habe diese zurückgestellt, weil sie der unwichtigste der drei Schritte ist, aber wie die anderen zwei kann er nicht ignoriert werden. Die Zunahme der weißen Linien Erkrankung hat tausende von Pferdebesitzern und Hufschmiede zu Natural Hoof Care getrieben. Je mehr ein Hufschmied versucht den Schaden zu flicken oder abzudecken, desto feuchter und dunkler wird das Milieu für die Pilze und sie werden bloß glücklicher und aggressiver. Letztendlich gibt es keine Möglichkeit mehr ein Hufeisen anzubringen. Die Hufe müssen Barhuf bleiben um die Situation zu reparieren. Von den verbogenen Wänden und den schwachen, getrennten Blättchenschichten kann nicht gefordert werden das Gewicht des Pferdes zu tragen! Aktive Wandunterstützung in dieser Situation kann den Schaden nur ausweiten und dem Pferd fürchterliche Schmerzen bereiten.

Die Bearbeitung, bei der mit den fehlgeleiteten Hufwänden nicht mehr gemacht wird als die Basisbearbeitung die in meinem Buch gelehrt wird, ist einfach. Besondere Aufmerksamkeit wird auf die Entfernung von Wandverbiegungen im unteren drittel der Hufkapsel gelegt, während die Sohle so ziemlich in Ruhe gelassen wird. Eine sehr große Schräge oder Mustangroll muss entlang der gesamten äußeren Hufwand angebracht werden um die Wand daran zu hindern weiter zu zerfetzen und sie muss sorgfältig beibehalten werden. Es ist sehr wichtig, dass du die Erhaltungsbearbeitungen durchführst BEVOR die Hufe sich wieder verbiegen. Vergiss nicht, dass Hufe sich eigentlich verbiegen müssen wenn sie zu lang werden und das ermöglicht zusätzlich den Befall durch Pilze und eine kontinuierliche Ausweitung des Schadens im gleichen Tempo wie das Pferd die neue Hufwand wachsen lassen kann.

Außerdem ist es für Hufe mit einem hohen Maß an Verbiegungen üblich nicht einmal ein echte weiße Linie zu haben. Wenn die Hufe (und somit die epidermale Blättchenschicht) auf mechanische Weise von P3 getrennt wird, geht der innere Teil der weißen Linie, der an der distalen Grenze von P3 erzeugt wird, häufig in dem unorganisierten Material des lamellaren Gewebes unter (eine genauere Erörterung hierzu gibt es in meinem Artikel "Abrollpunkt"). Das Ergebnis ist, dass du, anstatt auf Bodenebene auf die komplette weiße Linie zu schauen, nur die epidermale Blättchenschicht sehen wirst. Da nur die Hälfte der "Finger" vorhanden ist und wegen den hieraus resultierenden "Löchern", ist dies natürlich ebenfalls ein sehr leichtes Ziel für Pilze. Nochmal, lass eine gut verbundene Hufwand wachsen und die sich hierdurch ergebene feste weiße Linie wird für Infektionen nahezu undurchdringlich sein.

Es mag überraschend sein, aber vom Standpunkt der Bearbeitung hat der eigentliche Knackpunkt bei der Behandlung von Trennungen der weißen Linie rein gar nichts mit der Behandlung der sich trennenden Hufwände zu tun. Das echte Problem wird beinahe immer im hinteren Teil des Hufs liegen! Bei jedem einzelnen Fall von akuter Erkrankung der weißen Linie, den ich gesehen habe, landeten die Pferde, trotz der Tatsache, dass sie dort normalerweise keine Wandunterstützung haben, auf ihren Zehen. Ein Pferd muss im Schritt eigentlich plan oder geringfügig mit den Trachten zuerst laden und im Trab oder Galopp eine Trachtenlandung zeigen. Das ist für nahezu alle stoßdämpfenden Systeme notwendig um ordnungsgemäß zu arbeiten. Ich habe nur sehr wenige domestizierte Pferde gesehen, die das konnten und sich nicht in kompetenter natürlicher Pflege befanden und das ist der Grund für die meisten Gelenkprobleme, Wandtrennungen, Hufrollenprobleme... und die Liste geht weiter. Es zeigt sich dem Reiter in Form von kurzen, abgehackten Schritten, Stolpern, Widerwillen gegen das Traben... und die Liste geht weiter.

Wenn ein Pferd auf Steinen schmerzempfindlich ist, machen die meisten Leute die Sohle verantwortlich. Die Wahrheit ist, dass, wenn niemand an ihr herumgeschnitten hat, die Sohle fast nie schmerzempfindlich ist. Sie ist dafür vorgesehen das Pferd in felsigem Gelände zu tragen und macht das sehr gut. (Erwähnenswerte Ausnahmen sind das Vorliegen von Abzessen unter der Sohle und während einer Hufrehe, wenn die Sohlenlederhaut unter genau der gleichen Mangeldurchblutung und Entzündungsproblemen leidet wie die Blättchenschicht.) Der wirklich Schuldige hinter den meisten Fühligkeiten ist der Strahl und das darunterliegende Strahlpolster. Beobachte ein Pferd das auf Gras und auf Schotter läuft. Wenn der Schotter es schmerzt, wird es vermutlich den Schritt verkürzen, sich auf seine Zehen erheben, seinen Kopf tief und nach vorne lehnen und praktisch den gesamten Druck vom hinteren Teil des Hufs nehmen und sein ganzes Gewicht auf die Sohle vorne am Huf übertragen. Immer wieder beobachten Leute diese Bewegung und machen fälschlicherweise die Sohlen dafür verantwortlich. (Ich tat das ebenfalls, du bist also nicht allein.)

Wenn ein Pferd durch Schmerzen hinten am Huf dazu gezwungen ist sich auf diese Art zu bewegen, steht das Hufbein auf seiner Spitze und bewegt sich stetig tiefer und tiefer in die Hufkapsel und zerstört die Befestigung des Hufs und erhält Probleme mit der weißen Linie aufrecht, ganz egal wie gut der Huf mechanisch gesehen vorbereitet zu sein scheint. Eine Trachtenlandung zu erreichen ist die wichtigste Sache, die ein Hufschmied für ein Pferd machen kann.

Die große Mehrheit der domestizierten Pferde ist nicht in der Lage ihre Strähle und Strahlpolster so zu verwenden wie die Natur es angedachte hatte. Die Leute sind zu sehr darauf programmiert nur über Hufe nachzudenken während das Pferd geschlossen auf Beton steht. Obwohl der Strahl bei Wildpferdehufen und angemessen bearbeiteten Hufen domestizierter Pferde im Verhältnis zu den Trachten leicht passiv ist, trägt der Strahl eine ziemliche Last auf den unterschiedlichen Untergründen auf denen sich Pferde bewegen und arbeiten. Die meisten domestizierten Pferde zeigen eine Schmerzreaktion wenn wir ihre Strähle auskratzen und leichter Druck mit Hufuntersuchungszangen auf die Strähle kann sie auf die Knie zwingen. Es gibt keine Möglichkeit wie das Pferd die Einwirkung auf die Strähle auf felsigem Boden aushalten kann und ein Pferd in dieser Situation wird mit der Zehe zuerst landen, mit einem verkürzten Schritt, auf verschiedenen Böden, ganz egal wie gut vorbereitet die Hufe zu sein scheinen während sich das Pferd auf ebenem Boden bewegt oder steht. Wie das passiert? Es kommt durch eine mangelnde Verwendung. Der weiche Boden auf dem die meisten Pferde leben, ist nicht natürlich für sie und kann den Strahl nicht angemessen stimulieren. Das darunterliegende Strahlpolster verliert seine Fähigkeit Stöße aufzunehmen und die resultierenden weichen, schwachen Strähle können leicht mit Pilzen und Bakterien infiziert werden. Unabhängig vom Boden passiert dies ebenfalls wenn den Wänden der Trachten ermöglicht wird lang genug zu werden, um die Strähle übermäßig zu schützen. Eisen, Polster und kontinuierliche Feuchtigkeit durch einen Mangel an regelmäßigem Hufauskratzen sind besonders wichtige Mitwirkende an dem Problem. Je mehr Leute versuchen die empfindlichen Strähle zu schützen, desto schlimmer wird das Problem am Ende.

Wie beheben wir dieses Problem? Bringe die Strähle und Strahlpolster wieder zum arbeiten. Halte die Trachten so niedrig wie möglich ohne die lebende Sohle zu verletzen. Vermeide die Höhe des Strahls zu bearbeiten, sondern lasse ihn sich stattdessen in dicht verhorntes Material verdichten. In meinem Buch empfehle ich die Trachten bis knapp oberhalb der Sohle zu kürzen, aber wenn die Strähle vorstehen und sehr empfindlich sind, darfst du die Trachten nur bis zur Höhe der Strähle kürzen um den Pferd zu ermöglichen damit anzufangen sie gut und gerne zu benutzen. Passiver Bodenkontakt wird dafür sorgen, dass das Strahlpolster stärker wird und sich an eine höhere Position bewegt und der Strahl wird in verhorntes Material verdichtet. Das führt dazu, dass die Strahlhöhe schnell auf eine natürlichere Position zurückgeht und du solltest ihm gewissenhaft mit der Trachtenhöhe folgen, bis du eine Ebene 1/16 inch oberhalb der lebenden Sohle erreichst. Behandele alle vorhandenen Pilzinfektionen. Mache alles was du kannst um die Umgebung des Pferdes trockenzulegen. Trainiere häufig auf Böden die dem Pferd angenehm genug sind um mit den Trachten zuerst zu landen. Reite mit Hufschuhen falls die Bodenverhältnisse eine Zehenlandung forcieren oder Schmerzempfindlichkeit verursachen (ich finde die neuen Easycare Gloves in den meisten Situationen am besten). Das ist einfacher Kram. Das wirkliche Problem zu erkennen ist der größte Teil des Kampfes. Im Trab eine Trachtenlandung zu erreichen wird die meisten Probleme mit dem Gang, den Gelenken, dem Rücken und Lahmheiten des Hufs dahinschwinden lassen und sollte bei der Hufbearbeitung und Konditionierung höchste Priorität haben. Sie wird ebenfalls das Verhaltensmuster der kontinuierlichen mechanischen Trennung, die durch die Zehenlandung verursacht wird, verhindern. (Lies "Auf der Suche nach der Wahrheit über das Hufrollensyndrom" für weitere Informationen über den hinteren Teil des Hufs.)

Ich denke ich kann keinen Artikel über die Erkrankung der weißen Linie schreiben ohne die Erwähnung von Antipilz-Behandlungen. Stelle sicher, dass keine Behandlungen die du nutzt lebendes Gewebe auf zellulärer Ebene zerstört. Du könntest zu dem Problem beitragen indem du totes Gewebe erzeugst, von dem sich Krankheitserreger ernähren können. Nennenswerte Antipilz-Behandlungen, die kein lebendes Gewebe schädigen sind "White Lightning", "Clean Trax" und 50%ige Essig/Wasser Lösungen (sortiert nach Wirkungsgrad, meiner Meinung nach). In der Vergangenheit, aber manchmal auch heute noch, habe ich Kunden das Auskratzen und Behandeln oder das Tränken der Hufe verordnet. Zum jetzigen Zeitpunkt bin ich unsicher, in wie weit das zu meinem Erfolg im Umgang mit diesen Problemen beigetragen hat. Ich kann dir mit Sicherheit sagen, dass sich eine Antipilz-Behandlung als ziemlich wirkungslos herausstellen wird, wenn du die Symptome chemisch behandelst ohne dich um die wirklichen Probleme zu kümmern, aber andererseits habe ich gesehen wie eine gewissenhafte Behandlung ein Teil von unzähligen erfolgreichen Rehabilitationen gewesen ist und habe Kunden, die auf jedes der halben Dutzend Behandlungsprogramme schwören mit denen ich experimentierte. Ich habe aber ebenfalls hunderte von akuten Problemen mit der weißen Linie herauswachsen lassen ohne dass irgendeine chemische Behandlung angewandt wurde, also sag du es mir.

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